Dachformen des Hauses

Die Dachform eines Hauses ist eine Wissenschaft für sich. Es gibt sie in allen möglichen Variationen. Allerdings ist zu beachten, dass man nicht einfach ein x-beliebiges Dach beim Hausbau aussucht, denn für die Dachform muss die behördliche Genehmigung vom örtlichen Bauamt vorliegen – damit einem das Amt nicht aufs Dach steigt. Die ausgewählte Dachform muss in das vorhandene Stadtbild passen. Dieses Problem erledigt sich meist, wenn man sein Haus eher am Stadtrand oder auf dem Land baut. Dort hat man bei der Wahl der Dachform in der Regel freie Hand.

In erster Linie sollte ein Dach das tun, wozu es bestimmt ist: das Haus vor Wettereinflüssen schützen. Sonne, Wind, Regen, Schnee – allem soll das Dach trotzen. Allerdings haben verschiedene Dachformen des Hauses auch unterschiedliche Vor- und Nachteile bzgl. der Raumkapazität, der Wetteranfälligkeit und natürlich auch des Preises. Und nicht zuletzt ist der visuelle Aspekt zu beachten: das Dach soll den eigenen vier Wänden auch den entsprechenden Charakter verleihen.

dach mit dachdeckern

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Die populärsten Dachformen für den Eigenheim-Hausbau

Satteldach

Das Satteldach ist das populärste Dach hierzulande. Es bietet einige Vorteile:

  • leicht zu konstruieren
  • kostengünstig herzustellen
  • wenig wartungsintensiv

In Gegenden, in denen es häufiger regnet, wird das Satteldach mit steilerem Neigungsgrad gebaut, damit das Wasser besser ablaufen kann. In Gegenden, in denen öfter mit starkem Schneefall zu rechnen ist, wählt man dagegen einen eher flacheren Winkel, um unkontrolliertes Schneerutschen zu verhindern. Der Nachteil des Satteldachs: Die Dachschrägen können zu größerem Verlust von Stellfläche führen.

Flachdach

Spätestens seit den 60er Jahren ist das Flachdach ein Klassiker: Wer kennt ihn nicht, den Flachdachbungalow? Auch das Flachdach bietet einige Vorteile:

  • Dach ist nutzbar als Terrasse inklusive Dachbegrünung
  • gut geeignet für Solaranlagen
  • kein Platzverlust durch Dachneigen
  • Lichtquellen sind von oben gut ins Dach integrierbar

Ein Flachdach darf per Definition übrigens maximal eine Neigung von 10 Grad aufweisen. Nachteil von Flachdächern: Sie bedürfen ständiger Pflege und Reinigung, da sich sonst Wasser- und Schmutzrückstände auf dem Dach ansammeln können. Und bei massivem Schneefall droht sogar der Einsturz des Daches.

Pultdach

Das Pultdach besteht aus nur einer Fläche, und diese ist stärker geneigt als 10 Grad. Es ist eher bekannt aus der modernen Architektur und wird direkt auf die Außenmauern aufgesetzt, so dass man keinen Verlust von Wohnraumfläche hat. Zu beachten ist beim Pultdach der Neigungswinkel, damit sich bei starker Sonneneinstrahlung das Dachgeschoss nicht zu sehr erhitzt.
Es gibt übrigens zwei „sinnvolle Arten“, das Pultdach einzusetzen: wenn es zur Sonnenseite ausgerichtet ist, eignet es sich gut für Solarstromplatten, ansonsten wird die Dachfläche in der Regel als Schutz vor Wind und Regen eingesetzt. Beliebt in der modernen Architektur ist auch das Doppelpultdach, das aus zwei gegeneinander laufenden Pultdächern besteht.

Walmdach

Das Walmdach ist sozusagen ein Satteldach mit zwei zusätzlichen Seiten. Somit hat es auf den Giebelseiten zusätzliche Dachflächen und ist daher zu allen vier Seiten geschützt. Damit können Photovoltaik-Anlagen in mehrere Himmelsrichtungen angebracht werden. Allerdings geht durch die Schrägen in alle vier Richtungen auch entsprechend viel Wohnfläche verloren.Das Walmdach mit seiner klassischen Form gibt es oft bei älteren Gebäuden wie Bauernhöfen oder bei herrschaftlichen Häusern. Seine Konstruktion ist aufwendig und teuer. Optisch stechen Walmdächer sehr hervor und erfreuen sich daher auch in zahlreichen Variationen einer großen Beliebtheit.

Schleppdach

Das Schleppdach stellt die Verlängerung eines Teils der Dachfläche – oft des Satteldachs – dar, etwa über einen Anbau oder einen Nebenbau hinaus. Oft ist der Winkel des Schleppdachs eher weniger geneigt als der des Hauptdaches. Damit lassen sich Außenflächen gut überdachen und Übergänge, beispielsweise zu einem Carport, schaffen.

Mansarddach

Das Mansarddach besteht eigentlich aus zwei Dächern, die eine sehr unterschiedliche Neigung aufweisen. Vorrangiger Sinn dieses Daches: Der Dachraum kann besser genutzt werden, weil allzu große Winkel vermieden werden. Die sehr steil abfallenden Dachflächen, in die zudem gut Fenster eingebaut werden können, vergrößern den Wohnraum. Die Dachform des Mansarddachs ist mit einer sehr aufwendigen und dementsprechend teuern Konstruktion verbunden; das Ergebnis lässt sich jedoch meist sehen – nicht umsonst werden Mansarddächer oft bei herrschaftlichen Häusern oder Stadtvillen verwendet.

Sheddach

Das Sheddach wird auch Sägezahndach genannt und besteht aus mehreren hintereinander geschalteten Pultdächern. So kann die Dachhöhe niedrig gehalten werden. Die senkrechten Flächen werden zumeist nach Norden ausgerichtet, um einen blendfreien Lichteinfall zu gewährleisten. Damit ist eine gute Ausleuchtung des Innenraums zu erreichen. Wurden Sheddächer früher fast ausschließlich in der Industrie eingesetzt, z.B. bei Fabrikhallen, hat mit dem Siegeszug des modernen urbanen Lifestyles neben dem Pultdach auch das Sheddach zahlreiche Freunde gewonnen.

Zeltdach

Das Zeltdach besteht, wie der Name schon vermuten lässt, aus der Form eines Zeltes, also drei oder mehreren in einer Spitze zulaufenden Dachflächen. Da dreieckige Häuser eher selten an der Tagungsordnung sind, ist das Zeltdach in der Praxis eher auf quadratischen Häusern – und natürlich auf Kirchtürmen – zu finden. Zeltdächer, im Mittelmeerraum schon seit längerer Zeit an der Tagesordnung, sind bei uns in den letzten Jahren immer populärer geworden, da der Trend wieder vermehrt zum symmetrischen Bauen geht.