Bungalow

Einige Menschen mögen den Begriff Bungalow nur aus Ihrem Reisekatalog kennen, jedoch verbirgt sich hinter diesem Wort viel mehr als kleine Wohnräume mit Flachdach. Auch der weitverbreitete Irrglaube, ein Bungalow habe stets immer ein Flachdach, zeigt, dass nur wenige Menschen wissen, was ein Bungalow eigentlich ausmacht und zum Beispiel bei der Dachform Varianten von Walmdach, über Pultdach bis hin zu einem Satteldach möglich sind. Tatsächlich verbirgt sich hinter den Bungalows nämlich ein besondere Art von Haustypen mit viel Wohnkomfort und Möglichkeiten, welche unter anderem als Fertighaus, Massivhaus oder auch Effizienzhaus zu haben ist.

Bungalows eines Hotels

Viele Menschen verstehen unter einem Bungalow ein kleines Strandhäuschen. (c) Lothar Henke / pixelio.de

Grund 1: Der Bungalow ist repräsentativ.

Wer sich sein Traumhaus kauft oder es gar baut, legt sicherlich neben dem Nutzwert der Quadratmeter (m²)-Anzahl der Wohnräume auch auf das Äußere einen besonderen Wert. Je eindrucksvoller das Doppelhaus, das Ferienhaus oder der Zweitwohnsitz, desto besser. Bungalows sind Häuser mit nur einer Ebene, was einen unglaublichen Vorteil in Bezug auf das Äußere bietet: Im Verhältnis zu mehrstöckigen Häusern, nimmt das Bungalow eine größere Grundfläche in Anspruch. Das Gebäude wirkt großzügig und präsent. 1963 entwarf der Architekt Sep Ruf deshalb beispielsweise das Kanzlerbungalow in Bonn. Das prestigeträchtige Haus diente ehemals als Wohn- und Empfangsgebäude der deutschen Bundeskanzler.

Sicherlich ist der erhöhte Platzbedarf auch mit höheren Kosten verbunden, jedoch müssen keine Treppen, Etagen oder trittschallgedämpften Geschossdecken erbaut werden, so dass das Bungalow insgesamt kostengünstiger als viele andere Hausformen zu erbauen ist. Beliebte Bauarten des Bungalows sind das Winkelbungalow und das Bungalow in U-Form. Bedenken Sie, dass auch die Dachform frei wählbar ist und individuell je nach Geschmack angepasst werden kann: Flachdach, Pultdach, Satteldach oder Walmdach sind nur einige der möglichen Varianten für das Traumhaus. Die einstöckige Bauweise ermöglicht im Übrigen auch ein barrierefreies Wohnen. Oft wird diese Eigenschaft von Senioren, Menschen mit einer Gehbehinderung, oder Familien mit kleinen Kindern geschätzt.

Grund 2: Der Bungalow hat einen hervorragenden Nutzwert.

Ein Bungalow ist im Vergleich zu anderen Häuserarten mit sehr geringen Folgekosten verbunden. Denken Sie beispielsweise an Malerarbeiten an der Fassade oder Außenverkleidungen: Alle Tätigkeiten können ebenerdig erledigt werden. Dies spart Kosten, Zeit und Mühen. Einzig und allein die Heizkosten sind überdurchschnittlich hoch, da Bungalows aufgrund der in die Breite gehenden Wohnfläche eine schlechte Wärmebilanz besitzen.

Grund 3: Bunglows können kleine Raumwunder sein

Man mag vermuten, dass ein Bungalow auf Grund seiner größeren Grundfläche im Vergleich zu einem anderen Musterhaus weniger Wohnfläche bietet. Bzw. die Kosten wegen des größeren Grundstückes ansteigen. Das sicherlich auch ein Nachteil, aber Bungalows können wahre Raumwunder sein und verbinden durch ihr stufenloses Wohnkonzept Innen- und Außenraum. Zum Beispiel kann man bei einem Bungalow mit der Dachform Flachdach seinen Garten auf das Dach verlegen oder eine große Sonnenterrasse würde sich auch anbieten, so ist ein viel größeres Grundstück gar nicht unbedingt nötig. Natürlich klappt das nicht wenn man sich für ein klassisches Satteldach, Pultdach oder Walmdach entscheidet. Häufig sind bei dem Wohn-Haustyp Bungalow auch die großen Türen und Fensterflächen ein Pluspunkt, weil sie viel Licht in die Wohnräume lassen. Die einzelnen Räume, wie die Küche oder das Wohnzimmer bieten trotzdem meist viel Wohnraum und durch die großen Fenster wirken die Räume sogar noch größer. Wenn die Entscheidung des Wohnkonzepts auf ein Bungalow gefallen ist, kann die Möglichkeit der offenen Wohnraumgestaltung ebenfalls ein Vorteil sein. Oft ist die Wohnfläche von 120 (m²) oder mehr zu einem tragbaren Preis verfügbar.

Meinungen von Bungalow-Skeptikern

Häufig argumentieren Bungalow-Skeptiker mit dem Wärme-Bilanz-Argument. Aber auch ein Passivhaus ist mit dem Hausbautyp Bungalow möglich. Kritisch ist hingegen auch die Platzfrage: Nicht überall ist der Bau von einstöckigen Häuser erlaubt und in der Regel ist ein größeres Grundstück notwendig. Zudem lohnt es sich nicht, ein Bungalow zwischen zwei mehrstöckigen Gebäuden zu bauen – es würde optisch „verschwinden“ und die Nachbarn könnten von der zweiten Etage aus einen guten Blick in den eigenen Garten erhaschen. Es gestaltet sich also als schwierig, einen geeigneten Ort für einen Bungalow zu finden – dennoch lohnt sich die Suche.

Wissensextra: Wissen Sie, woher der BUNGALOW seinen Namen bekommen hat?

Ursprünglich stammt das Wort aus der nordinischen Sprache und bedeutet: „Bengalisches“. Der gebildete Mensch wird vielleicht wissen, dass der Begriff „Bengalen“ eine indische Region bezeichnet. Im 18. Jahrhundert bemerkten britische Kolonisten, dass die Bengalen traditionell einstöckige Dorfhäuser bauten mit einer breiten, großzügigen Veranda im Eingangsbereich. Diese Bauweise nahmen sie sich zum Vorbild für den Bau von eigenen Häusern – vor allen Dingen für ländliche Aufenthalte. Daher rührt wohl auch die enge Verbindung vom Bungalow zum Ferienhaus.

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