Bodenbeläge passend wählen

Der Hausbau bleibt von der ersten bis zur letzten Minute spannend. Von der Grundsteinlegung bis hin zum Rohbau ist ein langer Weg und es müssen viele Entscheidungen getroffen werden. Eine besonders wichtige Entscheidung ist beispielsweise die Wahl der Bodenbeläge und der dazugehörigen Sockelleisten. Sobald die Fenster eingebaut sind, kann der Estrich in den einzelnen Räumen gelegt werden. Nachdem dieser getrocknet ist, lassen sich die verschiedenen Bodenbeläge verlegen. Doch welcher Boden eignet sich am besten?

Bodenbeläge in Hülle und Fülle

Parkett

Laminat

Vinylboden

Holzboden

Mit dem Begriff „Bodenbeläge“ verbindet sich artenreiche Vielfalt. Allen ist gemeinsam, dass sie die „fünf Sinne des Menschen“ in ganz individueller Weise ansprechen. Dies liegt an der unterschiedlichen Beschaffenheit der verwendeten Materialien. Der erste Eindruck entsteht durch die visuelle Wahrnehmung. Oft entscheidet sich bereits hier das Maß der Sympathie für einen Bodenbelag, manchmal konkret in Verbindung mit dessen Farbe und Form. Auch das Geräusch beim Betreten ist ein wichtiger Indikator. Und nicht zu vergessen: Selbst feinste Duftsignale lösen Sympathien oder Aversionen aus. Betritt der menschliche Fuß einen Bodenbelag, so entstehen weitere Eindrücke, die sich einprägsam zum Gesamteindruck verdichten.

Ein passender Boden für jeden Raum

Ob die Wahl für den Wohnbereich eher auf fußfreundliche und geräuschdämmende, textile Bodenbeläge fällt oder die Tendenz doch eher zum Parkettboden und dem kostengünstigeren Laminat geht, ist von vielen Faktoren abhängig. Für Anhänger eines rustikalen Ambientes ist das Angebot an Landhausdielen zweifelsohne ganz oben auf der Bedarfsliste. Fliesen aus Steingut, Porzellan und anderen langlebigen Werkstoffen bilden eine echte Alternative für diejenigen, die klare Linien und pflegeleichte Flächen bevorzugen.

Linoleum: Der Klassiker unter den flexiblen Bodenbelägen wird aus natürlichen Rohstoffen wie Leinöl und Naturharz sowie Kork-, Holz- und Kreidemehl gefertigt. Der Rücken besteht aus der Pflanzenfaser Jute. Bereits seit über einem Jahrhundert gilt das Linoleum als gesundheitlich und ökologisch unbedenklich. Es erweist sich besonders strapazierfähig und pflegeleicht, eignet sich jedoch nicht für feuchte Räume. Wichtig: Wer sich für diesen Bodenbelag entscheidet, sollte einen Fachmann, der die Nähte mit einem Schweißgerät sorgfältig verschließt, engagieren.

PVC: Langlebig, pflegeleicht und wasserdicht – gefertigt aus Polyvinylchlorid, einem Kunststoff der seine Flexibilität erst durch die Zugabe von Weichmachern und Stabilisatoren erlangt, wartet der umstrittene Bodenbelag mit einer Designvielfalt wie sonst kein anderer auf. Zu bedenken ist jedoch, so strapazierfähig und optisch ansprechend die PVC-Böden auch sind, dass über Jahre krebserregende Stoffe ausdunsten können.

Kautschukböden: Das elastische Produkt aus dem Milchsaft der Hevea brasiliensis eignet sich aufgrund seiner Robustheit und Trittschalldämmung besonders gut für Treppen, Flure und Küchen. Frostsichere Beläge eignen sich auch für Terrassen und Balkone. Aus gesundheitlicher Sicht sind sie nicht unbedenklich. Beläge aus Naturkautschuk enthalten allergieauslösende Stoffe und bei Synthesekautschuk können organische Substanzen (Styrol) ausgasen.

Küche und Bad stellen hohe Anforderungen

Das Bad und die Küche zählen zu jenen häuslichen Bereichen, die an Bodenbeläge besondere Anforderungen stellen. Da ist zum einen Bedarf am pflegeleichten, feucht aufzuwischenden Boden. Zum anderen spielt die Feuchtigkeits-Resistenz eine wichtige Rolle. In diesen Räumen empfehlen sich Bodenbeläge in Form von Fliesen. Das Angebot ist riesig und Preise ab etwa 10 Euro pro Quadratmeter stellen bei der Einrichtungsplanung kaum ein Problem dar. Ob skandinavisch nüchtern oder in mediterranem Design, ob strukturiert oder mit pflegeleichter, glatter Oberfläche: das Fliesenangebot erfüllt nahezu alle Wünsche. Mit der individuellen Farbwahl der Fliesenoberflächen lassen sich individuelle Akzente setzen. Für Wohnbereiche mit Fußbodenheizung sind Bodenbeläge auf Fliesenbasis wie geschaffen. Das eher kalte Fliesenmaterial erwärmt sich und gibt diese angenehme Wärme an barfuss gehende Bewohner ab.

Für die Küche sind Alternativen zur Fliese denkbar. Insbesondere rustikales Küchendesign lässt sich mittels Landhausdielen aus heimischen Hölzern perfekt zum warmen Wohlfühl-Ambiente verbinden. Bezüglich der im Küchenbereich sinnvollen Feuchtpflege kann für diese Bodenbeläge ebenfalls Entwarnung gegeben werden. Auch hier ist das „Feucht-Aufwischen“ erlaubt.

Bodenbeläge im Kinderzimmer: pflegeleicht und unbedenklich

Für die lieben Kleinen darf es gerne etwas kuscheliges sein. Denn Kinder sind in der „Zubettgehen-Phase“ gerne barfuss unterwegs. Die Palette der in Frage kommenden Bodenbeläge reicht von Nadelfilz für etwa 10 Euro/qm über Teppichboden ab zirka 14 Euro bis hin zum ab 18 Euro erhältlichen Naturmaterial Kork. Geruchsfreie, unbedenkliche Materialien sind Pflicht! Gleichzeitig bestimmt das Gebot der Pflegeleichtigkeit die Kaufentscheidung maßgeblich. Ein für Bodenbeläge im Kinderzimmer gerne genutzter Kunstkniff ist die Teppichfliese. Ist ein kleines Unglück passiert, so kann die betroffene Fließe leicht aus dem Teppichboden entnommen und durch eine unversehrte ersetzt werden.

Design-Spielräume in Wohnzimmer und Schlafbereich

Insbesondere das Wohnzimmer, aber auch Erwachsenen-Schlafbereiche bieten für Bodenbeläge enorme Design-Spielräume. Wer edle, hochwertige Bodenbeläge bevorzugt, tendiert häufig zu Massivholzdielen oder dem aufwendig gefertigten und versiegelten Parkettboden. Die in zahlreichen heimischen Holzqualitäten erhältlichen Parkett-Versionen bezaubern durch edle Beschaffenheit und natürlichen Ausdruck. Bodenbeläge dieser Qualität haben ihren Preis. Die preislich günstigere Alternative besteht in der Verwendung von Laminaten. Diese aus Kunststoffen gefertigten Bodenbeläge sind in zahlreichen Holzstruktur-Oberflächen erhältlich. Dank Nut- und Feder-Konstruktion lässt sich bei sorgfältiger Verarbeitung eine weitgehend geschlossene Oberfläche herstellen. Im Verhältnis zu Hölzern sind Laminate zu einem Bruchteil des Preises, manchmal bereits zum Einstiegspreis von 5 Euro/qm erhältlich. Durch geschickte Auswahl von Teppich oder Läufer lassen sich interessante Akzente setzen.

Bodenbeläge auf einen Blick

BodenRaumVorteileNachteile
FertigparkettWohn- und SchlafzimmerHolzoberfläche, preisgünstigEmpfindliche Oberfläche (falls unversiegelt), Formaldehyd-Ausstoß möglich
Gummi /
Kautschuk
Küche, Bad, Arbeitszimmer und HobbykellerTrittschalldämmend, strapazierfähig, elastischGeruch, enthält manchmal Nonylphenol
KeramikfliesenKüche, Bad, Flur, Treppe und HobbykellerPflegeleicht, langlebig, umweltschonend, Fußbodenheizung geeignetTeilweise ungünstige Raumakustik, kalt
KorkbödenAlle (Bad ausgenommen)Trittschalldämmend, warm, nachwachsender RohstoffFeuchtigkeitsempfindlich
LaminatWohn- und Arbeitszimmer sowie FlurHolzoptik, preisgünstig, harte OberflächeStatische Aufladung und Formaldehyd-Ausstoß möglich
LandhausdielenWohn- und SchlafzimmerHolzoberfläche, preisgünstigEmpfindliche Oberfläche (unversiegelt), Formaldehyd-Ausstoß möglich
LinoleumAlle (Bad ausgenommen)Trittschalldämmend, nachwachsende RohstoffeGeruch 
MassivholzdielenWohn- und SchlafzimmerLanglebig, renovierfähig, gute Ökobilanz bei einheimischem HolzTeuer, empfindliche Oberfläche (falls unversiegelt)
MassivholzparkettWohn- und SchlafzimmerLanglebig, renovierfähig, gute Ökobilanz bei einheimischem HolzTeuer, empfindliche Oberfläche (falls unversiegelt)
NatursteinplattenFlur und TreppePflegeleicht, langlebig, umweltschonend, Fußbodenheizung geeignetTeilweise ungünstige Raumakustik, kalt
PVCKüche, Bad, Arbeitszimmer und HobbykellerPreisgünstig, pflegeleicht, artenreichEnthält zum Teil bedenkliche Weichmacher, Organozinn und Nonylphenol, elektrostatische Aufladung möglich

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