Designermöbel (c) Rainer Sturm / pixelio.de
Designermöbel: Wer ist die Zielgruppe?

Inneneinrichtung – Designermöbel notwendig?

Denkt man an den Begriff „Designermöbel“, so kommen einem unwillkürlich Möbelstücke in den Sinn, die sich nicht nur durch einen eigenen Stil abzugrenzen versuchen, sondern die sich auch in der Preisbildung von üblichen Möbelstücken unterscheiden. Bei näherer Betrachtung drängt sich der Eindruck auf, hier zahlt man für die Produkte selbsternannter Avantgardisten, getrieben von Vision und Zeitgeist, einen besonderen zusätzlichen finanziellen Obolus. Ist dies eine notwendige Begleiterscheinung oder geht es auch ganz anders?

Das weite Feld der Designermöbel

Unter Möbeldesign versteht man im Allgemeinen den Versuch, Möbelstücke für den praktischen Gebrauch zu entwerfen. Der Designer versucht also, Möbelstücke nach funktionalen und ästhetischen Gesichtspunkten zu kreieren. Mit einem künstlerischen Selbstverständnis wird versucht, den vermeintlichen Zeitgeist einzufangen und allgemeinen Trends zu folgen. Ganz fortschrittliche Designer lassen sich von dem Anspruch leiten, neue Trends zu setzen und einen Stilwandel zu etablieren. Nur schade, dass der Erfolg dieser Bemühungen maßgeblich davon abhängt, ob der Markt sich diesen Entwürfen geneigt zeigt.

Bekannte Marken für Designermöbel, welchen es gelungen ist, sich auf dem Markt durchzusetzen, sind beispielsweise:

  • vitra.
  • B&B Italia
  • Montana
  • USM

Wer sich einen Eindruck Davon machen möchte, wie derartige Möbelstücke aussehen, kann einen Blick auf die Auswahl an Designermöbeln von Gärtner Möbel werfen. Aus lizenzrechtlichen Gründen dürfen wir diese Bilder leider nicht bei uns auf dem Blog ausstellen. Wer zudem noch einen Preisvergleich wagen will zu „Nicht-Designmöbeln“ kann beispielsweise bei bekannten Versandhäusern einen Blick auf die Möbelabteilung werfen, hier eignen sich beispielsweise Quelle.de.

Designermöbel und Nicht-Designermöbel

Wurde aber nicht jedes Möbelstück einst entworfen und ist deshalb auch ein Designermöbel? Ist also der Schreiner, welcher einen Stuhl entwirft und umsetzt oder der thailändische Holzschnitzer, welcher Möbelstücke auf der Basis traditioneller Vorlagen mit eigenen Ideen fertigt, auch ein Designer im Sinne der Definition? Für den diplomierten Designer ist die Sachlage klar. Wer ein Möbelstück selbst fertigt, ist kein Designer, sondern ein Handwerker, bestenfalls ein Kunsthandwerker. Der Designer besteht also auf der strikten Trennung von Entwurf und Fertigung.
Und wie sieht es mit den netten Billy-Buchregalen eines großen skandinavischen Möbelhauses aus, welche zwar durch ein schickes Design auffallen, aber in Massenproduktion gefertigt werden?

Designermöbel für jeden Geschmack

Designermöbel (c) Rainer Sturm / pixelio.de

Designermöbel: Wer ist die Zielgruppe?

Ob nun indischer Kolonialstil, modernistisch oder gar ein wilder Stilmix, die Gestaltung des eigenen Wohnraums ist nicht nur ein ganz persönliches Bedürfnis, sondern immer auch ein gewisser Ausdruck des inneren Zustandes, oft begleitet durch die Notwendigkeit finanzieller Kompromisse. Gerade in Zeiten mangelnder Orientierung haben die Apologeten des Lifestyle es besonders leicht, ihre Schäfchen verbindlichst zu bedienen. Warum also nicht die eigene Autonomie bemühen und selbst bestimmen, was Design für jemanden persönlich darstellt und welches Design dem häuslichen Wohnraum angemessen ist.

Über subjektive Empfindungen lässt sich bekanntermaßen nicht sehr konstruktiv streiten. Das heißt nicht, das es keinerlei objektive Beurteilungskriterien gäbe, aber die Entscheidung über Gefallen oder Nichtgefallen liegt in den tieferen Persönlichkeitsschichten begründet, wird also spontan, ohne von der Ratio bearbeitet zu werden, getroffen. Man kann sich auf Dauer schlecht einreden, dass etwas mit einer unbehaglichen Ausstrahlung doch eigentlich recht wohlgefällig sei.

So gesehen sind Designermöbel absolut notwendig und natürlich kann es auch gerne eine pseudo-avantgardistische, postmoderne Möblierung zu erhabenen Preisen sein. Es kann, aber es muss nicht.